Woher die Zahlen für die neue E-Book Bestsellerliste stammen und was sie bedeuten

Im Moment brandet eine Diskussion um die neue E-Book-Bestsellerliste von Media-Control hoch. Eine Version der Liste findet man zum Beispiel hier:

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2012/04/05/favoriten-im-gleichschritt.htm

Weil mich die Art und Weise, wie die Kritik an der Liste in verschiedenen Blogs geführt wird, stört, habe ich mir die Mühe gemacht und bei Media Control angerufen und mir erklären lassen, woher die Daten stammen und wie sie gefiltert werden.

Die Antwort ist:

1. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen und von den üblichen Verkaufsplattformen: Amazon, Libri, iTunes, etc. Da die Aggregatoren, wie z.B. iTunes / Apple oder Amazon die kompletten Verkaufszahlen immer erst am Ende des Nachfolgemonats liefern können, erscheint z.B. die Februar Liste erst im April. Im Prinzip werden schon alle relevanten Verkäufe erfasst, aber viel wichtiger ist der folgende Punkt:

2. Es werden die gleichen Filter angewendet, wie für die gedruckten Bücher auch:
a) es werden nur Titel mit einem Verkaufspreis >= 2.60 Euro berücksichtigt, deshalb fallen 99Cent E-Books heraus
b) es werden nur Titel aufgenommen, die nicht auf nur einer einzigen Plattform veröffentlicht werden, daher fallen alle Kindle-Only-E-Books heraus. Das betrifft aber auch gedruckte Bücher, die z.B. nur bei einem Anbieter verkauft werden, z.B. Weltbild

Man kann über Sinn und Unsinn dieser Filter streiten, v.a. ob es nicht besser wäre, rein nach Umsatzzahlen zu gehen, so wie es im Musikbereich gemacht wird. Dort besteht aber ein Zusammenhang zwischen 99ct Titeln und dem Album für 9.90, aus dem sie stammen. Bei Büchern geht das so einfach nicht.

Darüber hinaus heißt es von Seiten Media Control, diese Filter seien vor Jahren von „der Branche“ beschlossen worden, damit sind wohl die Verlage, Buchhändler und Zwischenbuchhändler gemeint, und die haben natürlich ihr ganz eigenes Interesse daran, dass von dieser Liste bestimmte Erzeuger ausgeschlossen werden.

Laut Media Control denkt man darüber nach, auch für die geringer bepreisten und nur auf einer Plattform erhältlichen Titel eine extra Liste anzulegen. Das Problem scheint hier die Namensgebung zu sein. Man will die Verfasser „billiger“ E-Books nicht mit einem diskriminierenden Namen verprellen.

Nun kann sich jeder selbst seine Gedanken machen, auf Fakten basierend, nicht auf Vermutungen.

Gruß vom schreibix

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7 Gedanken zu “Woher die Zahlen für die neue E-Book Bestsellerliste stammen und was sie bedeuten

  1. Warum geht das bei Bücher nicht so einfach? Warum kann zum Beispiel Stephen King nicht ein Buch für 0,99 Cent anbieten?
    Es ist vieles möglich und es ist Quatsch Barrieren einzubauen, die keinen Sinn machen.

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