Von 86 auf 71 in einem Dreivierteljahr

Schreiben macht dick.

Sag ich jetzt mal so. Der / die eine oder andere Autorenkollege*in wird das – mit gequältem Lächeln – bestätigen. Vermutlich ist’s nicht nur die Tatsache, dass man noch mehr am Schreibtisch hockt als sonst. Sondern auch, dass man viel Zeit zuhause verbringt (ganz in der Nähe der Kiste mit den Süßigkeiten …). Oder weil Schreiben ein ziemlich frustrierender Prozess sein kann, den eine Tafel Schokolade erträglicher macht. Also eine pro Tag, weil morgen schreibt man ja wieder und da wirds auch nicht leichter werden. Und sonst meint es das Leben ja auch nicht immer gut mit einem. Mehr Schokolade!

Auf diese Art hatte ich seit 2012 schön gleichmäßig zugenommen. So knapp 80 Gramm pro Woche. Hört sich gar nicht viel an. Von 72 auf über 86 Kilo. 15 Kilo. Ist nicht gerade adipös. Aber beim Versuch, sich im Winter die Skischuhe zuzuschnallen, aus Atemnot fast ohnmächtig zu werden, weil einem die Wampe im Weg ist, das sollte einem eine Warnung sein. Das würde ja ewig so weitergehen. Und dann müssen sie dich eines Tages mit einem Kran aus der Wohnung heben. Du wirst ein Familiengrab für dich ganz alleine brauchen und deine Frau muss sehen wo sie bleibt.

Jetzt kann man sich natürlich einfach mal vornehmen, abzunehmen. Aber Vorsatz und Realität sind nicht aus dem gleichen Garn gesponnen. Versuche, den Speck loszuwerden, gabs im Dutzend. Nicht gerade richtige Diäten. Aber halbgare Selbstdisziplin. Die üblichen völlig übertriebenen Methoden waren auch dabei: nie wieder Schokolade. Nie wieder Alkohol. Nur noch Obst und Gemüse. Sogar eine Woche gefastet habe ich.

Hat natürlich alles nicht funktioniert. Weiß man ja. Der Frust wird stattdessen immer größer. Und man fängt an, sich einzureden, dass man mit knapp Fünfzig schon mal eine Wampe haben dürfe, das haben schließlich fast alle Herren in meinem Bekanntenkreis.

Und dann, im Januar, erzählt mir meine Frau von einem Erlebnis, das so einiges bei mir verändert. Sie holt den Jüngsten vom Kindergeburtstag ab. Ein befreundeter Vater ist auch dort. Es gibt für die Abholer Bier und Sekt und ein paar ziemlich leckere Knabbereien. Der Vater lehnt ab, schiebt aber eine Frage nach: ob er sich von diesem fettigen Zeug etwas mitnehmen dürfe, er würde das dann morgen essen, denn heute sei sein Fastentag.
Natürlich darf er. Und er hat die Neugier meiner Frau geweckt. Sie lässt sich erklären, was das mit dem Fastentag bedeutet.

Cliffhänger! Nur soviel: nach fast 10 Monaten hatte ich wieder 71 Kilo auf der Wage. Und passe in so einige Klamotten, die recht verwaist im Schrank hingen.

Nächste Woche mehr.

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